In den Tiefen der Sahara, nahe der Stadt Zouérat, liegt eines der beeindruckendsten Industrie-Areale unseres Planeten. Abgeschieden von den bekannten Routen und fern jeder urbanen Selbstverständlichkeit offenbart sich hier eine Welt, in der Maßstäbe neu definiert werden und menschlicher Erfindungsgeist auf extreme Landschaften trifft.
Genau an diesem Punkt beginnt eine Faszination, die weit über reine Industrie hinausgeht. Besonders für Erz-Begeisterte und Abenteuerlustige ist Mauretanien eine Pilgerstätte für monumentale Logistik und den Abbau von Rohstoffen in ihrer reinsten Form.
Die Mine von Zouérat: Giganten im Einsatz
Das Herzstück der Region ist der Tagebau von Zouérat. Das hier geförderte Gestein zeichnet sich durch einen außergewöhnlich hohen Eisenerzanteil aus, was es zu einem der weltweit wertvollsten Erze macht. Im Rahmen geführter Touren können Besucher tief in die Mine blicken.
Beobachten Sie die riesigen Muldenkipper, die das tiefschwarze, schwere Erz zu den Verladestationen tragen. Gegenüber dieser Giganten wirken herkömmliche Lastwagen wie Spielzeug.
Um das Erz zum Hafen von Nouadhibou am Atlantik zu transportieren, wird eine Logistik der Superlative betrieben. Drei Mal täglich macht sich ein gewaltiger Lindwurm auf den Weg durch die Wüste. Der Erzzug ist etwa 2 bis 2,5 Kilometer lang und besteht aus bis zu 250 Waggons. Er gehört damit zu den schwersten und längsten Zügen der Erde. Ganze 650 Kilometer purer Einöde durchquert er, eine eingleisige Trasse durch den Sand.
Sonderzug oder Passagierwagen: Wie man heute damit reist
Das früher übliche (aber gefährliche) Mitfahren oben auf den offenen Erzwaggons ist heute für Touristen untersagt. Stattdessen werden zwei professionelle Möglichkeiten angeboten, um die Strecke mitzuerleben:
Als eigenständiger Sonderzug („Train du Désert“): Ein separat fahrender, kleinerer Zug mit eigenen Schlaf- und Aufenthaltswagen. Dieser ist flexibler und kann für Besichtigungen in der Wüste Halt machen.
Oder als angehängte Waggons: Bei dieser Variante werden direkt an das Ende des gigantischenErzzuges modernisierte Passagierwagen gekoppelt. Dadurch spürt man direkt vor sich die enorme Kraft der tonnenschweren Fracht.

Für die 650 Kilometer lange Strecke sollten Sie etwa 18 bis 22 Stunden einplanen. Da die Strecke eingleisig verläuft, kann es durch Ausweichmanöver im Gegenverkehr oft zu Verzögerungen kommen. Davon abgesehen spielt Zeit in der Sahara eine untergeordnete Rolle.
Vorbereitung für Ihr Wüsten-Abenteuer
Eine Reise in die Minenregion erfordert eine spezielle Ausrüstung. Der feine Eisenstaub und das staubtrockene, karge Klima stellen hierbei die größten Herausforderungen dar.
Schutz gegen die Elemente
- Cheich (Wüstentuch):Unerlässlich, um Mund und Nase vor dem feinen, roten Eisenstaub zu schützen.
- Staubdichte Taschen: Packen Sie Kamera und Smartphone in Ziploc-Beutel. Der Eisenstaub kriecht in jede winzige Ritze.
- Eng anliegende Sonnenbrille: Schützt vor der UV-Strahlung und dem vom Wind aufgewirbelten Sand.
Kleidung & Ausrüstung
- Zwiebelprinzip: Tagsüber herrscht glühende Hitze, nachts sinken die Temperaturen in der Wüste oft bis auf den Gefrierpunkt.
- „Alte“ Kleidung: Der Eisenstaub färbt Textilien dauerhaft rötlich-braun. Benutzen Sie Kleidung, die schmutzig werden darf.
- Stirnlampe: Wichtig für die Nächte im Zug oder im Wüstencamp.
Buchung & Planung
- Veranstalter: Wir nennen Ihnen gerne die Veranstalter. Nur so wird Ihnen der Zugang zur Mine und zum Sonderzug sicher gewährt.
- Vorlaufzeit: Planen Sie 6 bis 9 Monate im Voraus, da die Plätze im Sonderzug stark limitiert sind.
- Reisezeit: Nur zwischen Oktober und März empfehlenswert.
Eine Reise nach Zouérat ist eine Hommage an die Urgewalt des Bergbaus. Laut ist es, staubig ist es! Aber während man bestaunt, wie sich der endlose Erzzug in die untergehende Sonne zieht, zeigt sich einem deutlich, dass das die spektakulärste Eisenbahnstrecke der Welt ist.
Wir sind am Vortrag auf der FESPO gewesen. Hier finden Sie das Video des Unternehmens Ship’n & Train:
Hier findet sich der Link zu allen Webinaren und Events der Mine.
