Uranbergbau im Erzgebirge

Im Kurhaus „Aktivist“ in Schlema befindet sich eine Ausstellung zu den Wismut-Bergleuten, die den Abbau von Uran im Erzgebirge mühevoll geleistet hatten. Sie beginnt anlässlich der schweren Anfangszeiten und endet mit den anspruchsvollen Sanierungsaufgaben. Im Aussengelände ist schwere Grubentechnik zu sehen. 

Die umfangreiche Ausstellung wird durch Videoeinspielungen ergänzt. Eine Stunde sollte sich Zeit genommen werden. Die Verdienste des Ehepaares Curie werden eben so gewürdigt wie der Entdecker des Urans, Martin Heinrich Klapproth. 

Die Geschichte des Radiumbades Oberschlema erläutert sie ferner. Radiumbäder finden in der Region grosse Verbreitung. In meiner Heimat wurde in Bad Weissenstadt/Bayern ein neues Radiumbad errichtet, denn Radium kann äusserst wirksam zur Gesundheit beitragen.

Dutzende Fotos und Leihgaben der Bergleute sowie Arbeitsgeräte gewähren einen Einblick in den Uranbergbau. Dieser führte bis in 2000 Meter Tiefe. Insgesamt wurden 240 000  Tonnen uranhaltiges Gestein gefördert. 

Die Dimensionen der Förderung sprengen jede Vorstellungskraft: Allein aus diesem und sechs weiteren Revieren wurden rund 120.000 Tonnen reines Uranmetall gewonnen. Was nach einer unendlichen Menge klingt, verdeutlicht vor allem die extreme Schwere des Materials: Da Uran eine enorme Dichte besitzt (fast das Doppelte von Blei), würde diese gesamte Menge Metall als massiver Block gerade einmal das Volumen eines einzelnen sechsgeschossigen Plattenbaus einnehmen.

Um dieses kompakte, aber unfassbar schwere Volumen zu isolieren, mussten die Bergleute jedoch Millionen Tonnen Gestein aus bis zu 2.000 Metern Tiefe ans Tageslicht befördern. Von dieser Metallmenge ist zudem nur ein Bruchteil von 0,7 % das tatsächlich spaltbare Isotop U-235, welches die Grundlage für die Nutzung der Kernenergie (und den Bau von Kernwaffen) bildete.»

Im Zuge der Expo 2000 wurde das Bergbaugebiet revitalisiert. Insbesondere die Haldenlandschaft musste saniert werden. Dazu gehörte die Radonsanierung und Wasserreinigung, Wasserbehandlung der austretenden Grubenwässer, die Endlagerung der Filterrückstände, die untertägige Verwahrung von Schächten und Grubenbauten. 

Ein neues Kurbad ist nun entstanden und lockt viele Gäste nach Bad Schlema. Hier warten auf die Kurgäste etliche Behandlungen. Dazu erfreuen sie sich an einer besonderen Mineralienausstellung.

Museum des Uranerzbergbaus im Kulturhaus „Aktivist“
Bergstraße 22
D-08301 Bad Schlema

+49 3771 29 02 23
info@museum-uranbergbau.de
museum-uranbergbau.de

Öffnungszeiten
Dienstag bis Donnerstag 9.00-17.00h
Freitag bis Sonntag 10.00-16.00h

Die Kontaktdaten von Bad Schlema;

Radiumbad Bad Schlema
Richard-Friedrich-Boulevard 7
D-08301 Bad Schlema

+49 3771 215500
info@bad-schlema.de
bad-schlema.de

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